Verbraucherinnen und Landwirte im Gespräch
Dialog mit Informationen und Emotion

Vier Männer stehen vor Tafel in einem Klassenzimmer

Studierende beziehen Position zu Verbraucherfragen

Ob Tierschutz, Düngung, Natur- und Artenschutz - die Sichtweise von Erzeugern und Verbrauchern zu landwirtschaftlichen Themen klafft oft weit auseinander. Die Landwirtschaftsschule Mindelheim startete deshalb als Projekt eine gemeinsamen Diskussionsrunde mit Studierenden der Abteilung Hauswirtschaft im Frühjahr 2020.

Trotz einiger unterschiedlicher Sichtweisen prägte gegenseitige Wertschätzung die Atmosphäre. Was nicht verwundert, sind doch einzelne unter den Verbraucherinnen gleichzeitig Bäuerinnen. Andere haben kaum Bezug zur Landwirtschaft, sind aber sehr wohl an hochwertigen Lebensmitteln aus der Region interessiert. Die Landwirte hatten sich im Unterricht zusammen mit ihrem Lehrer Ludwig Friedrich gründlich vorbereitet. Sie erklärten mit Kurzvorträgen und in der Diskussion Hintergründe und Details: von der Mähtechnik bis zur Düngung und vom biologischen Landbau bis zur Wirtschaftlichkeit.
Fragen und Wünsche zur Tierhaltung
Sehr emotional war die Diskussion z. B. bei Fragen zur Tierhaltung. Ist eine schnelle Trennung von Kalb und Kuh besser als eine muttergebundene Aufzucht? Erfahrungen eines Fachschülers aus eigenen Versuchen mit Ammenkuhhaltung standen der Einstellung einer Verbraucherin entgegen, die sich aufgrund einzelner Beobachtungen ergeben hat. Verbraucherinnen wünschten sich auch, dass alles getan wird, damit tierschonend gemäht wird.
Körpersprache und Rhetorik
In der Diskussion wurde deutlich, wie wichtig neben fundiertem Fachwissen auch die Körpersprache und rhetorisches Gespür sind, damit Verständnis zwischen den beiden Seiten entsteht – so leistet dieses Projekt der Landwirtschaftsschule auch einen wertvollen Beitrag zur Persönlichkeitsbildung.
Persönlicher Kontakt
Die beste Brücke zum Verbraucher bauen Direktvermarkter als Botschafter für die Landwirtschaft und ihre Produkte. Beim Projekt lernten die Studierenden aus der Abteilung Hauswirtschaft zum Beispiel den Jungbauern vom Schedelhof als Lieferanten ihres Mehls persönlich kennen. Wer "seinen" Landwirt persönlich kennt, hat Vertrauen in die Qualität von Eiern, Milch, Gemüse oder Mehl und hat Gelegenheit, sich über die zeitgemäße Landwirtschaft direkt beim Erzeuger zu informieren.
Blick ins Klassenzimmer während der Diskussionsrunde

Landwirte und Verbraucherinnen im Dialog

Studierende hinter Wegweiser zu regionalen Produkten

Das Abschluss-Semester Landwirtschaft 2020