Landwirtschaftsschule Mindelheim, Abteilung Landwirtschaft

Die Landwirtschaftsschule Mindelheim, Abteilung Landwirtschaft, vermittelt angehenden Unternehmern Handlungs- und Entscheidungskompetenz sowie Grundlagen der Mitarbeiterführung.

In der umwelt- und tiergerechten Produktions- und Verfahrenstechnik vertieft sie vorhandenes Wissen.
Fachliche Schwerpunkte im Dienstgebiet sind im Bereich Pflanzenbau die nachhaltige Grünlandnutzung und der ertragreiche Ackerfutter- sowie Getreidebau und im Bereich Tierhaltung die artgerechte und erfolgreiche Milchkuhhaltung mit Nachzucht.
Personen stehend und sitzend mit Zeugnissen in der Hand

Abschlussjahrgang 2018

Voraussetzungen
Aufnahmevoraussetzungen sind ein Berufsabschluss in einem anerkannten Ausbildungsberuf der Landwirtschaft sowie zusätzlich ein Jahr einschlägige Berufspraxis. Das sogenannte Praxisjahr ist dem Besuch der Landwirtschaftsschule vorgeschaltet und wird von den Lehrkräften der Landwirtschaftsschule betreut. Es dient dazu, Erfahrungen auf dem Betrieb zu sammeln und betriebseigene Daten und Unterlagen für den anstehenden Schulbesuch vorzubereiten. Dazu finden während des gesamten Jahres mehrere Veranstaltungen statt.
Ablauf und Abschluss
Ablauf und Abschluss
Die Ausbildung umfasst zwei fachtheoretische Wintersemester mit jeweils 20 Unterrichtswochen. Das Sommersemester umfasst einen schulischen und einen fachpraktischen Teil. Der schulische Teil besteht aus 15 Schultagen und einer Semesterarbeit. Der fachpraktische Teil wird unter Betreuung durch die Landwirtschaftsschule in einem landwirtschaftlichen Betrieb abgeleistet. Wer das dritte Semester besteht, darf die Berufsbezeichnung "Staatlich geprüfter Wirtschafter/Staatliche geprüfte Wirtschafterin für Landbau" führen.
Unterrichtsfächer
  • Pflanzliche Produktion und Vermarktung
  • Tiergesundheit und Tierschutz
  • Waldwirtschaft mit Seminar Waldbau
  • Unternehmensführung und Rechnungswesen
  • Steuern- und Sozialrecht
  • Berufs- und Arbeitspädagogik
  • Seminar zu sozialer und religiöser Bildung
  • Tierische Produktion und Vermarktung
  • Naturschutz- und Landschaftspflege
  • Betriebslehre
  • Rechtslehre
  • Volkswirtschaft und Agrarpolitik mit Seminar ländliche Entwicklung
  • Rhetorik, Gesprächsführung und Präsentation
  • Sport
Meisterprüfung
Studierende der Landwirtschaftsschule, die vor Schulbeginn eine mindestens einjährige Berufspraxis abgeleistet haben, können zusammen mit der Abschlussprüfung der Landwirtschaftsschule Teile der Meisterprüfung ablegen. Die weiteren Teile der Meisterprüfung werden im Anschluss an die Landwirtschaftsschule abgelegt.
Anmeldung
Das Schuljahr startet jeweils im Wintersemester. Anmeldung für den Besuch der Landwirtschaftsschule ist immer mindestens ein Jahr vor dem gewünschten Schulstart nötig.

Aufnahmeantrag Landwirtschaftsschule pdf 391 KB

Schulleben

Den "persönlich besten Weg" in der Landwirtschaft finden

Landwirtschaftsschule bei Diversifizierungs-Pionier Alois Wohlfahrt
Erfolgreiche Einkommensquellen als Alternativen zur landwirtschaftlichen Erzeugung finden, so lautete das Ziel des Schultages der Mindelheimer Landwirtschaftsschule im Mai 2018.
Unternehmensberatung
Das ökonomisch Beste und Sozialverträglichste aus seinem Hof machen. Das ist der Leitsatz von Johannes Dreer in seiner Unternehmensberatung. Die Studierenden holten sich am Vormittag von Dreers Referat in der Landwirtschaftsschule viele Denkanstöße. Im Besonderen ging es um die Umnutzung leerstehender Bausubstanz in der Landwirtschaft. Wichtig ist dem Referenten, dass mit der Umnutzung Geld verdient werde. Dies untermauerte er durch plausible Kalkulationen. Ein Paradebeispiel für eine erfolgreiche Umnutzung im Landkreis Unterallgäu biete der Pizzastadl in Kirchdorf.
Wiederbelebte Dorfwirtschaft
"Ich brauche etwas, was die anderen nicht haben!", motivierte der Landwirt Alois Wohlfahrt die Studierenden während seines Vortrags in der wiederbelebten Dorfwirtschaft in Vorderburg. Die Einrichtung ist auch ein Beispiel für eine funktionierende Dorfgemeinschaft.
Tagespflegeheim
Höhepunkt des Schultages war der Besuch des Tagespflegeheims Birkenmoos am Fuße des Grünten. Die Studierenden erlebten den Einklang zwischen Altenpflege und Landwirtschaft. Im alten Anbindestall stellen jetzt 15 Tagespflegeplätze einen Teil des Einkommens sicher. Den "Milchpreis" hat sich Wohlfahrt für die nächsten 10 Jahre in Form eines Mietvertrages gesichert. Besonders gefällt dem Landwirt, dass sich die Leute bei ihm auf dem Bauernhof wohlfühlen. Die ökologische Jungviehaufzucht macht den landwirtschaftlichen Charakter erlebbar. Der Rollator findet oft den Weg zur Jungviehweide. Diese Art von Zukunftsmarkt war vielen Studierenden nicht bewusst, wie sie später berichteten.
Impulsreferat von Johannes Dreer an der Landwirtschaftsschule

Impulsreferat Dreer

Wiederbelebte Gastwirtschaft: Gastwirt Moldenhauer und dritte Bürgermeisterin Wiedemann.

Preisverleihung

Referent Wohlfahrt berichtet

Referent Wohlfahrt

Schüler und Lehrkräfte beim Tagespflegeheim

Ankunft

Tagespflegestation von Alois Wohlfahrt

Tagespflegestation

Schultag Futterkonservierung - Hackfruchtbau - Digitalisierung

Landwirtschaftsschüler besichtigen Futtertrocknung Mindelheim und informieren sich über digitalen Ackerbau
Der Vormittag war geprägt durch die Besichtigung der Futtertrocknung Mindelheim. Die Schüler der LWS erhielten Einblick in den Betriebsablauf der Futtertrocknung und konnten sich intensiv über Qualitätskriterien und Verarbeitungsvarianten sowie Abrechnungsmodalitäten des erzeugten Futters austauschen. Zusätzliche Vermarktungsmöglichkeiten von am Betrieb überschüssigem Futteraufwuchs sowie Absatzchancen von Hackschnitzeln an die Futtertrocknung war für viele der Teilnehmer ebenso interessant wie aufschlussreich.
Schüler stehen im Hof der Futtertrocknung

Rundgang

Schüler besichtigen Häcklser

Häcksler

Schüler stehen vor einem Berg Hackschnitzel

Hackschnitzel

Im Anschluss konnten die Schüler bei einem Pionier des digitalen Ackerbaus, Stephan Bissinger, Ichenhausen, einen intensiven Einblick in den Anbau von Kartoffel und Zuckerrüben gewinnen.
Besonderes Augenmerk lag auf dem Präzisionspflanzenbau, bei dem der Betrieb seit vielen Jahren GPS Spurführung mit entsprechender Anbauplanung und Unterteilung der Flächen einsetzt. Durch die automatische Teilbreitenschaltung der Pflanzenschutzspritze, Mulchsaat und die Flächenplanung per GPS werden Mehraufwand und Belastungen der Umwelt reduziert. Die digitale Schlagbewirtschaftung bietet neben der besseren Koordination der Tätigkeiten (Betriebsleiter, Lehrling, Lohnunternehmer) auch ein effektives Flottenmanagement während der Erntesaison. Dies lässt sich natürlich von der Hackfruchternte auch auf andere Ernteketten problemlos übertragen. Viele Fragen, Anregungen und Austausch von Erfahrungen mit dem Betriebsleiter ergaben sich auch bei der Besichtigung der Flächen und der Bonitur der Bestände.
Person steht erklärend vor großem Bildschirm

Digitale Schlagkartei

Personen stehen vor Schlepper mit angebautem Gerät

Kartoffeltechnik

Person gräbt Loch, andere schauen zu

Bodenbeurteilung

Personen stehen in einem Feld mit vielen verschiedenen Pflanzen

Erosionsstreifen

Person zeigt ausgegrabene Kartoffelpflanze

Kartoffelbestand

Schultag im Hundsmoor

Schüler lernen alternative Erwerbsmöglichkeiten kennen und leisten aktiven Beitrag zum Naturschutz
Das Naturschutzgebiet mit einer Fläche von 21 ha liegt zwischen Westerheim und Hawangen. Im Niedermoor konnten sich die Schüler ein Bild von den sehr feuchten Bedingungen machen, denn ohne Gummistiefel wurde es sehr schnell nass an den Füßen. Sie lernten besondere Pflanzen, wie z.B. das Wollgras kennen und sahen wie wichtig der Erhalt des Lebensraums für zahlreiche Tierarten (z.B. Kiebitz) ist. "Da ist noch echte Handarbeit gefragt", so Herr Franke vom Landschaftspflegeverband, der die Maßnahme begleitete. Es wurde eine Fläche gemäht, und da das Gebiet nicht in allen Bereichen befahrbar ist, das Mähgut mit einer Plane geborgen. Jährlich die Flächen zu mähen ist notwendig, da ansonsten das Schilf zu dominant wird und sich Gehölze bilden. Als Folge würde die Artenvielfalt verloren gehen. Die geborgene Streu wird auf angrenzenden Wiesen getrocknet und als Einstreu in der Tierhaltung eingesetzt.
Personen laufen durch hohes Gras

Hohes Gras

Person mit Gabel in der Hand und Traktor im Hintergrund

Transport mit Plane

Personen tragen mit Gabeln Gras zusammen

Teamarbeit

Schlepper zieht Plane mit Grashaufen und Personen darauf

Letzte Fahrt

Schultag Landessortenversuche – mechanische Unkrautbekämpfung

Versuchsführung und GPS-gesteuerte Hacktechník beeindruckt
"Es ist wirklich erstaunlich, wie stark sich die einzelnen Sorten in Form, Wuchs und Krankheitsanfälligkeit unterscheiden. Das hätte ich nicht erwartet", so die Aussage eines Schülers auf dem Versuchsfeld in Landsberg am Lech. Dies wurde vor allem beim Vergleich der verschiedenen, nicht mit Fungiziden behandelten Parzellen deutlich, obwohl auch in den behandelten Varianten die Unterschiede zu erkennen waren – ein klarer Hinweis dass die Grundgesundheit wichtiges Kriterium bei der Sortenwahl darstellt. Versuchstechnik und alte Sorten mit Potentialen für die Zukunft waren weitere Aspekte des Vormittags.
In dem Bewusstsein, dass der chemische Pflanzenschutz in der Bevölkerung zunehmend kritisch gesehen wird, war es den Schülern wichtig, sich näher mit dem Einsatz von Hacktechnik zu befassen. Die Chance, von den Erfahrungen eines Praktikers mit langjähriger Erfahrung zu profitieren, bot den Teilnehmern der Betrieb Drexl. "Das ideale Zeitfenster für die mechanische Unkrautbekämpfung ist eng, daher muss die Technik des Gesamtverfahrens gut abgestimmt, schlagkräftig und präzise sein", so die Aussage von Johann Drexl, der den Betrieb gemeinsam mit seinem Sohn bewirtschaftet. "Besonders bei schnellerem Fahren erreichen wir mit der GPS-Spurführung eine Hackgenauigkeit, die mechanisch gesteuert – selbst hinten auf dem Gerät - nicht zu erreichen ist", so Drexel Junior. Dies wurde sogleich beim praktischen Einsatz eines Hackgeräts in der Sojabohne offensichtlich.
Einzelkornsägerät

Einzelkornsägerät

Hackgerät

Hackgerät

Schlepper steht in einem Feld mit Sojapflanzen

Sojaschlag

Schlepper mit Hackgerät ím Sojafeld

Einsatz

Schultag Ökologischer Landbau

Besuch Donath-Mühle und Demeter-Imkerei "Allgäubiene"
Einblick in die Verarbeitung und Vermarktung von Bio-Getreide
Wendelin Blankertz, Geschäftsführer der Donath-Mühle in Bad Wörishofen-Stockheim, brachte den interessierten Studierenden zunächst die handwerkliche Verarbeitung von Getreide näher. Die Mühle setzt dabei auf regional und biologisch erzeugtes Getreide. Anschließend konnten sich die Studierenden mit dem Geschäftsführer über die Verwertung und Vermarktung von Getreide bei einer Umstellung auf ökologischen Landbau austauschen und dabei wertvolle Informationen mit nach Hause nehmen.
Besonderheiten der Demeter-Bienenhaltung
Die nächste Station führte die Studierenden auf den Betrieb von Christian Sedlmair, der sich der Bienenhaltung nach Demeter-Richtlinien verschrieben hat. Aufmerksam folgten die Studenten den Ausführungen Sedlmairs zu den Besonderheiten der Demeter-Bienenhaltung. Als engagierter Imker setzt Sedlmair auf den Dialog mit den Landwirten. Die Studierenden erlangten die wichtige Erkenntnis, dass bereits eine gezielte Absprache zwischen Imker und Landwirt über anstehende Pflanzenschutzmaßnahmen und eine Anpassung der Mähtechnik und des Mähzeitpunktes maßgeblich zum Schutz der Bienen beitragen können.
Person erklärt den Mahlvorgang an den Walzstühlen

Walzstühle

Säcke mit verschiedenen Vermahlungsgraden

Vermahlungsgrade

Personen stehen vor Bienenstöcken

Bienenstock

Person zeigt offenen Bienenstock

Bienenbeute

Gülleausbringung - bodennah und effizient

Landwirtschaftsschaftsschüler informieren sich über moderne Ausbringtechnik
Im Rahmen des Sommersemesters nahmen die Studierenden der Landwirtschaftsschule Mindelheim am Infotag "Gülleausbringung - bodennah und effizient" teil. Nach theoretischen Fachinformationen am Vormittag konnten sie am Nachmittag die verschiedenen bodennahen Ausbringtechniken im Grünland, einem Weizenbestand und auch auf unbestelltem Ackerland im Praxiseinsatz beurteilen.
Vorstellung der Technik

Technik

Schleppschuhfass im Grünland

Schleppschuhfass

Tridemfass mit Güllegrubber und Zubringer, Fass mit Schlitzgerät und teleskopierbarer Achse

Gülletechnik

Beurteilung der Arbeitsqualität

Arbeitsqualität

Kontakt

Landwirtschaftsschule, Abteilung Landwirtschaft
Schulleiter: Dr. Ludwig Merk
Hallstattstraße 1
87719 Mindelheim
Tel.: 08261 9919-0
E-Mail: poststelle@aelf-mh.bayern.de

Sachaufwandsträger

Landkreis Unterallgäu
Bad Wörishofer Str. 33
87719 Mindelheim
Internet: www.unterallgaeu.de Externer Link